Workshop – Permakultur & Terra Preta

Der Workshop gibt einen Überblick über die Prinzipien und Methoden der Permakultur, die anhand des aktuellen Projektes am Eschenhof vorgestellt werden. Wir widmen uns besonders dem fruchtbaren Boden. Terra Preta – Das etwas andere schwarze Gold vom Amazonas kann dabei helfen, unsere Böden wieder zu beleben und blühende Gärten hervorzubringen.
Nach einem Vortragsteil über die Permakultur und Terra Preta wollen wir im Praxisteil am Nachmittag Pflanzenkohle, eine entscheidende Zutat für die Terra Preta, im Erd-Kontiki selber herstellen.
Es ist also wettergerechte und gartentaugliche Kleidung angesagt!


Termin: 23.3.2019                  10-18 Uhr

Veranstaltungsort:  Eschenhof bei Carlow in Zusammenarbeit mit „Gemeinsam gärtnern e.V.“

Kosten: 65,-€ pro Person

Teilnehmerzahl: 5-15 (Der Kurs ist für Erwachsene konzipiert)

Für Getränke und Snacks ist gesorgt.

Bitte bis zum 15.3. anmelden: schwerdtfeger.jan@web.de oder 04542 – 99 58 218

Bitte gebt in der email Euren vollständigen Namen, Eure Adresse und eine Rufnummer für Rückfragen an.

Der Teilnehmerbeitrag in Höhe von 65,-€ ist vor Ort in bar zu bezahlen.


Details zum Kurs:

Permakultur ermöglicht uns, unsere Lebensräume gezielt nachhaltig zu entwickeln.

Durch das Verständnis der Natur können wir die Abläufe um uns herum nutzen und tatsächlich mit Hilfe der Natur gärtnern. Um das zu erreichen, hilft uns ein besonderer Gestaltungsprozess, der aus der Beobachtung der Umgebung und der Analyse der Situation seine Schlüsse zieht um ein System aufzubauen, dass möglichst ertragreich, stabil und dabei gut an die Umgebung angepasst ist.

Am Eschenhof soll auf diese Weise ein bisher kaum nutzbares Stück Erde wieder fruchtbar gemacht werden. An diesem Beispiel können wir sehen, wie die Gestaltungsmethoden der Permakultur uns helfen, einen Entwurf zu entwickeln.

Ein zentraler Bestandteil eines solchen gesunden Ökosystems, auf den wir als Menschen großen Einfluss nehmen können, ist ein gesunder Boden. Seit Langem werden verschiedene Verfahren zur Bodenverbesserung und Belebung von Biogärtnern erfolgreich eingesetzt, etwa das Kompostieren oder Mulchen.

Im Amazonas-Becken haben Naturvölker über Jahrhunderte hinweg gelernt, die Abläufe in der Natur um sie herum so gut zu verstehen und für sich nutzbar zu machen, dass sie dort äußerst langlebige und produktive Waldgärten anlegen konnten. Eines ihrer Geheimnisse ist erst in den letzten Jahren auch von westlichen Forschern erkannt worden – die „Terra Preta“ (schwarze Erde). Es ist ein durch die menschliche schonende Nutzung entstandener Boden, der sich durch eine hohe Fruchtbarkeit und eine viel größere Speicherfähigkeit von Nährstoffen auszeichnet, als die Böden der Umgebung.

Wir besprechen, auf welche Art wir das Prinzip der Terra Preta auch hier anwenden können, um Böden wieder zu beleben und dauerhaft fruchtbar zu machen. Und wir werden am Nachmittag ganz praktisch und lernen, wie wir selber eine der entscheidenden Zutaten herstellen können – Pflanzenkohle. Beim Feuer im Erd-Kontiki können wir uns weiter austauschen und am Ende eine Portion fertige Pflanzenkohle mitnehmen.

 

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Was ist für mich Permakultur?

Ein Leben im Einklang mit der Natur, Weniger Arbeit bei mehr Ertrag, mit allen Sinnen genießen, Vielfalt schätzen – klingt gut? Dies sind einige der Prinzipien, die in der Permakultur Anwendung finden.

„Permakultur ist eine ökologische Planungsstrategie, die versucht, alle geplanten Elemente in eine sinnvolle Wechselwirkung miteinander zu bringen. „1

Indem wir die vielfältigen Zusammenhänge und Wechselwirkungen eines Ortes beobachten und verstehen, können wir sie zu unserem Nutzen gezielt einsetzen und so mit der Natur arbeiten, statt gegen sie. Je besser es uns dabei gelingt, Teile des Systems miteinander zu vernetzen und kleine Kreisläufe zu schaffen, desto größer werden Stabilität und Ertrag. So bekommen wir zum Beispiel einen äußerst produktiven Nutzgarten, dessen verschiedene Elemente einander gegenseitig fördern und gesund erhalten und wir können gleichzeitig auf umweltschädliche Mittel verzichten.

„Die Permakultur ist dabei viel mehr als eine besonders sanfte Methode organischen Gärtnerns – sie erforscht die Grundlagen dauerhaften und nachhaltig pflegnutzenden In-der-Welt-Seins des Menschen.2

Der Ursprung liegt zwar im organischen Landbau, der auch noch immer ein Anwendungsschwerpunkt ist, die Prinzipien und Methoden sind aber übertragbar auf verschiedenste Bereiche. Projekte mit so verschiedenen Themen wie Bildung, Gesundheit, Bauen, aber auch Finanzen, Wirtschaft oder Gemeinschaften können nach Permakultur-Prinzipien gestaltet werden.

„Permakultur ist nicht etwas, was man sehen kann. Permakultur ist eine Strategie, die als Muster hinter den Entscheidungen steht, die man bei der Gestaltung eines Ortes fällt.“1

Dabei haben die Begründer der Permakultur, Bill Mollison und David Holmgren, einen methodischen Prozess entwickelt, der sich aus dem Ablauf von Beobachtung, Analyse, Gestaltung, Umsetzung und Erhaltung des Projektes zusammensetzt. Grundlage bilden die drei ethischen Grundprinzipien: Sorge für die Natur – Sorge für die Menschen – gerechtes Teilen und Nutzen von Ressourcen.

Permakultur ist die Kunst, Systeme nachhaltig miteinander zu vernetzen. Sie schärft den Blickwinkel für Zusammenhänge und Ressourcen, für prinzipielle Muster und Entwicklungsmöglichkeiten. „1

Ich stelle mir ein ideales Leben so vor, dass ich möglichst naturnah lebe, mich zu einem großen Teil mit Nahrung, Medizin, Werkstoffen und anderen Ressourcen vom Land versorge. Ich finde total faszinierend, wie sich natürliche Systeme selbst stabilisieren. Die eigentliche Arbeit machen ja die Pflanzen und Tiere auf Grundlage der Sonnenenergie, der Böden und des Wassers. Meine Aufgabe in so einem Paradies besteht eher darin, die einzelnen Arten und Systeme so aufeinander abzustimmen bzw. in Beziehung zu bringen, dass sie sich gegenseitig unterstützen. So ist es möglich, mit Hilfe natürlicher Ressourcen (Boden, Saatgut…) und genug Wissen (aus Beobachtung) Erträge zu erzielen, und der Garten wächst, wenn ich es richtig anpacke „aus sich selbst heraus“ weiter.

Und dieses Wissen und die dazugehörige Vorgehensweise bietet die Permakultur.

 

 

1Verein für Ganzheitliches Lernen und ökologische Fragen e.V., http://www.zentrum-prinzhoefte.de

2David Holmgren , OYA-online, erschienen in 49/2018